Kritik an „Hin- und Her-Schieberei“

BI freut sich über Zuspruch der rechtsrheinischen Mitstreiter

Die Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Gefahrstofflagers Lingenfeld/Germersheim, kurz „BI Kein Gefahrstofflager“, freut sich trotz allen Ungemachs: über den Besuch ihrer Veranstaltungen, über den Willen zur Mitarbeit und über das Engagement in der BI selbst. „Die Leute rechts und links des Rheins sind sensibilisiert und lassen sich nicht einlullen“, sagt etwa Vorstandsmitglied Ute Etzkorn-Hambsch aus Oberhausen-Rheinhausen. Inzwischen werden es auch immer mehr Mitstreiter, die aus Oberhausen-Rheinhausen, Philippsburg, vor allem aus dem Stadtteil Rheinsheim, aus Dettenheim und aus Waghäusel kommen.

Immer wieder weist die Bürgerinitiative auf die Gefahren hin, die durch das europaweit größte Gefahrenstofflager in Europa drohen: Die US-Army, vertreten durch die DLA (Defense Logistics Agency), beantragt derzeit, das bestehende Gefahrstofflager in Lingenfeld/Germersheim drastisch zu erweitern. Untergebracht werden sollen, wie es heißt, „sehr giftige, giftige, brennbare, entzündbare oder ätzende Stoffe und Gemische“.

Großer Andrang herrschte bei der dritten Bürgerinformationsveranstaltung der BI – nach Rheinsheim diesmal in Germersheim. Wie die Besucher aus dem rechtsrheinischen Gebiet betonten, fühlten sie das gleiche Unbehagen wie in der dicht besiedelten Region um Lingenfeld und Germersheim. Dort soll bekanntlich der Gefahrenherd um weitere 1.900 Tonnen auf dann 3.100 Tonnen erweitert werden. Das Problem werde dadurch verschärft, dass das 2009 von der Kreisverwaltung genehmigte schon bestehende Lager mit 1.200 Tonnen weder Katastrophenschutzpläne besitzt noch regelmäßige Brandschutzübungen aufweisen kann.

Dietmar Bytzek, Vorsitzender der BI, informierte ausführlich über den momentanen Stand der Verhandlungen mit der Kreisverwaltung und dem Innenministerium in Mainz. „Zurzeit sieht es so aus, als würden die Verantwortlichkeiten von einer Stelle zur anderen geschoben: eine unerträgliche Hin- und Her-Schieberei.“

Diese demonstrierte Hilflosigkeit sei nicht dazu angetan, die Befürchtungen der Anwohner auszuräumen, war aus der Zuhörerschaft mehrfach zu hören. Laut Bekanntgabe ist die nächste Zusammenkunft am Donnerstag, 1. März, 19 Uhr, im Wanderheim „An der Fronte Beckers 1“ in Germersheim. Weitere Infos unter www.kein-gefahrstofflager.jimdo.com oder bei facebook.

 

(Schmidhuber)

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