Waldorf-Waldkindergarten mitten im Wald

Gemeinderat stimmt Unterbringung in ehemaliger Forst-Gerätehütte zu

Die Stadt Philippsburg erhält – nach einhelliger Gemeinderatsentscheidung - einen Waldorf-Waldkindergarten im Huttenheimer Wald. Zu stehen kommt er auf einem von der Forstverwaltung bereitgestellten Grundstück im Waldgebiet Molzau. Ein Ja gab es auch zur vorgelegten Konzeption und zur Betriebsträgerschaft durch den „Verein für Waldorfpädagogik“. Außerdem stimmte das Gremium der Betriebskostenkalkulation, der Ausstattungsliste und den Investitionskosten für das Gelände und Gebäude zu.

Einig zeigten sich Bürgermeister und Fraktionen auch in der Beauftragung des Ingenieurbüros Pardo. In den Beschlussvorschlag floss am Ende der Aussprache auch die Feststellung mit ein, dass der Waldkindergarten damit zur einem Bedarfskindergarten für die Stadt Philippsburg wird.

Ausführliche Erläuterungen zu dem Vorhaben gaben Rathausmitarbeiter Erich Schweikert und mehrere mit dem Thema befasste Fachleute. Bereits im Juli 2021 habe der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst, einen Natur- oder Waldkindergarten anzugehen. 2022 teilte der „Verein für Waldorfpädagogik“ mit, dass sich Vorstandschaft und das Erzieherinnenteam des bestehenden Waldorfkindergartens Rheinsheim eine Erweiterung des vorhandenen zweigruppigen Angebots um eine „Kindergartengruppe in Wald und Natur“ gut vorstellen könnten.

Bei der Suche nach einem geeigneten Standort boten sich das Grundstück und die Gerätehütte des Forsts an, wo es vielfältige Möglichkeiten für eine intensive naturbezogene Pädagogik gebe. Das Holzhaus wird nur noch zur Lagerung von Geräten zur Waldpflege genutzt und ansonsten nicht mehr benötigt. Bei steigender Nachfrage liegt ein Vorteil des Standorts in seiner Erweiterbarkeit um eine weitere Gruppe durch einen Bauwagen.

In dem Waldkindergarten sollen 20 Kinder von drei bis sechs Jahren täglich an fünf Tagen in der Woche betreut werden. Beginnen soll der Betrieb ab April 2024. Für die pädagogische Arbeit hat der Verein ein umfassendes pädagogisches Konzept auf den Grundlagen von Rudolf Steiner und ein detailliertes Kinderschutzkonzept vorgelegt, wofür es im Gemeinderat viel Lob gab.

Die jährlichen Betriebskosten für die Waldgruppe betragen voraussichtlich 228.000 Euro. Nach Abzug der Elternbeiträge entsteht für die Stadt ein Defizit von 171.000 Euro pro Jahr. Für die Ausstattung des Gebäudes mit Mobiliar und weiterem Zubehör werden 58.000 Euro benötigt. Die Investitionskosten zur Nutzbarmachung von Gebäude und Grundstück liegen bei 291.000 Euro.

„Wir brauchen dringend die Plätze“, bekundete Werner Back (CDU). „Absolut überzeugt“ vom Projekt und der Konzeption zeigte sich Peter Steinel (Uli). Von einem idealen Standort sprach Peter Kremer (FW), der darauf hinwies, dass dem Vorhaben ein Antrag seiner Fraktion zugrunde liege. Bereits die Hälfte der Plätze sei von Eltern beantragt. Die pädagogische Vielfalt stellte Jasmine Kirschner (SPD) heraus.


Schmidhuber

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