Der Name Goodyearstraße bleibt bestehen

Gemeinderat lehnt Änderung in „Am Industriepark“ mehrheitlich ab

Schild des ehemaligen Goodyear-Werks

Die Goodyearstraße bleibt die Goodyearstraße. Mit der Strecke zwischen der L 602 und dem Mittleren Weg sei ein Teil der Philippsburger Geschichte verbunden, hieß es im Gemeinderat, der die Entscheidung traf, keine Umbenennung vorzunehmen. Damit folgte die Mehrheit nicht dem Verwaltungsvorschlag, die bisherige Straßenbezeichnung Goodyearstraße aufzuheben und die Straße künftig „Am Industriepark“ heißen zu lassen.

Wie Rathausmitarbeiterin Katja Hauer vor dem Gremium ausführte, sei von den Eigentümern und der Geschäftsführung der beiden ansässigen Unternehmen an der Goodyearstraße mehrfach der Wunsch nach einer Umbenennung geäußert worden. 

Die bestehende Bezeichnung „Goodyearstraße“ bezeichnete sie als unternehmensbezogen. Spätestens nach dem Verkauf des zentralen Reifenlagers weise sie keinen unmittelbaren Bezug zur heutigen städtebaulichen Struktur und Nutzung des Gebiets auf. Vor dem Hintergrund der Entwicklung des Gewerbe- und Industrieareals erscheine eine funktionsbezogene und lagebeschreibende Bezeichnung sachgerecht.

Somit schlage die Verwaltung die Umbenennung der Goodyearstraße in den Straßennamen „Am Industriepark“ vor. Die empfohlene Straßenbezeichnung „Am Industriepark“ stelle eine ortsbezogene, neutrale und dauerhaft geeignete Benennung dar. Denn sie knüpfe an die tatsächliche Nutzung und Funktion des umliegenden Gebiets an.

Um den Übergang der Straßenumbenennung für die Verkehrsteilnehmer zu erleichtern, könne für eine Übergangszeit von einem Jahr vor Ort das Straßennamensschild Goodyearstraße rot durchgestrichen noch sichtbar angebracht bleiben, schlug Katja Hauer vor.

Eine andere Ansicht vertrat Hans Gerd Coenen für die CDU-Fraktion. Die alte Straßenbezeichnung ist für ihn ein Teil der jüngeren Stadtgeschichte und ein Blick auf die Vergangenheit, als fast 50 Jahre lang viele Menschen aus allen drei Stadtteilen dort gearbeitet und ihr Geld verdient haben. Diese Erinnerung sollte man nicht einfach auslöschen. Goodyear gehöre nun mal zu Philippsburg, meinte Jasmine Kirschner (LDP).

Die Kehrseite der Medaille betrachteten Peter Steinel (Uli) und Christopher Moll (FW). Sie stellten den schmerzlichen Abbau von 890 Arbeitsplätzen im Jahr 2016 in den Vordergrund. Ihnen folgte Markus Weber (AfD), der meinte, das Unternehmen habe damals die Beschäftigten „veräppelt“.

Im Jahr 1967 war der Grundstein zum Reifenwerk in Philippsburg gelegt worden. Es handelte sich, worauf sich Philippsburg stolz zeigte, um das größte Werk außerhalb der USA. Bürgermeister Stefan Martus (Uli) erinnerte daran, dass die seinerzeitige Namensgebung für die Zufahrt nicht auf die in Philippsburg niedergelassene Firma zurückzuführen war, sondern auf Charles Goodyear, den Erfinder des vulkanisierten Gummis. Dem Vorschlag, unter dem Straßennamen einen erläuternden Hinweisschild auf die örtliche Firmengeschichte anzubringen, stimmten alle zu. 


W. Schmidhuber

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