Erster Teil des Radwegekonzepts auf den Weg gebracht
Prioritäten sind festgelegt und warten auf Genehmigung

Wieder ein Stück weiter: Philippsburg mit den Ortsteilen ist seit 2022 auf einem guten (Rad-)Weg, zu einer besonders fahrradfreundlichen Stadt zu werden. Das zugrunde liegende Radverkehrskonzept von 152 Seiten beinhaltet 120 denkbare Einzelmaßnahmen. Dem Gemeinderat stellte Erhard Wittemann vom Rathaus-Fachdienst Tiefbau die Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Handlungskonzeption Radverkehr“, die alle Fraktionen einmütig absegneten.
Darüber hinaus bevollmächtigte der Gemeinderat die Verwaltung, mit den übergeordneten Behörden und Straßenbaulastträgern erste Abstimmungsgespräche zu führen, um die Realisierungsmöglichkeiten der einzelnen Vorhaben auszuloten.
Bislang gab es drei Arbeitsgruppensitzungen und eine Befahrung des Radverkehrsnetzes. Dabei wurden, so Wittemann, insgesamt 86 Einzelvorschläge für die „Pendlerrouten“ P1 und P2 erarbeitet und priorisiert. Vorrang haben die schnellstmöglichen Umsetzungen, dann folgen die mittel- und langfristigen, dann die nur wünschenswerten. In Angriff genommen werden die relativ einfachen Aktionen, etwa eine Reihe von Fahrbahnmarkierungen. Im Haushalt 2025 ist ein erster Betrag von 100.000 Euro eingestellt.
Wittemann wies auch auf die Ergebnisse der ersten Bürgerbeteiligung hin, die Eingang in der Radverkehrskonzeption finden. Darin aufgelistet sind mehrere Problembereiche, darunter fehlende Querungshilfen und abknickende Vorfahrten. Mit dabei: der Knotenpunkt B 35 und K 3588, die Germersheimer Straße mit der Zufahrt zum VfR Rheinsheim, dann die Bereiche K 3588 – Hauptstraße/Ahornstraße, weiterhin K 3588 und Oskar-Frey-Straße, K 3588 und Skalstraße/Kronenwerkstraße und schließlich die Philippsburger Straße/Friedhof Huttenheim. Von Anwohnern wurde auch auf die Gefahrenstelle beim Ortseingang Rheinsheim aus Richtung Huttenheim aufmerksam gemacht und Abhilfe gefordert. Auch das soll angepackt werden.
Explizit nannte Wittemann als besondere Priorität den Radweg zum Kraftwerk und die Straße nach Oberhausen mit dem fehlenden Radanschluss. Dass hier „endlich etwas geschieht“, ist der erkennbare Wille des Gesamtgemeinderats. Auf Nachfrage von Christopher Moll (FW) war zu erfahren: „In Oberhausen-Rheinhausen tut sich nichts.“ Ausdrücklich bedauerte Jasmine Kirschner (LDP) diesen Zustand.
„Machbar im Zuge des Radwegekonzepts ist nur das, was auch finanzierbar ist“, stellte Hans Gerd Coenen (CDU) fest. Dass das die Voraussetzung sein muss, betonte auch Volker Ceh von den Ulis. „Das Landratsamt als zuständige Verkehrsbehörde entscheidet über jeden Strich auf der Straße und über jedes Schild“, erklärten Bürgermeister Stefan Martus (Uli) und Mitarbeiter Wittemann. Erst nach Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden und den Kostenerklärungen könne im Gemeinderat eine Beschlussfassung über einzelne Umsetzungen erfolgen.
Marion Kohout (FW) regte eine – kostenlos mögliche – ADAC-Service-Station für Fahrräder an.
Werner Schmidhuber