50 Jahre erfolgreiche Stechmückenbekämpfung / Großer Festakt mit Rückblick, Ausblick und Auszeichnung
Viel Lob, Dank und Anerkennung für die erfolgreiche Arbeit hat die „Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“ (Kabs) bei der Feier ihres 50jährigen Bestehens erfahren. In der Jugendstilfesthalle, an der Stätte der Gründung 1976, blickten alle Redner auf die schwierigen Anfänge und die bewegten Jahrzehnte zurück. Zu den etwa 150 Festgästen gehörten Regierungspräsidentin Sylvia Felder und viele Pioniere, darunter der bekannteste, „Schnakenfritz“ Fritz Dürrschnabel.
Sein Nachfolger in Philippsburg, Stefan Martus, sprach von einer „Erfolgsgeschichte für die ganze Region“, Schnakenbekämpfungs-Papst Norbert Becker, 44 Jahre lang Direktor der Kabs, hob die dauerhafte Sicherung der Lebensqualität hervor. Für Vizepräsident Klaus Horst war es - in Anwendung eines Zitats von Neil Armstrong - zunächst ein kleiner Schritt, aber mit ganz großer Wirkung für die Menschen am Rhein. Mehrmals wurde die „gelungene Symbiose von Wissenschaft und Politik“ hervorgehoben.
Von den Gründungsmitglieder leben noch fünf Kommunalpolitiker, darunter Fritz Dürrschnabel, Robert Straub (Waghäusel) und Gerhard Stratthaus (Schwetzingen), später Finanzminister. Als „tragende Säulen“ im Präsidum galten die Bürgermeister Josef Leier (Oberhausen) und Erwin Dossinger (Rheinhausen). Gab es 1976 gerade 20 startende Mitgliedergemeinden, so hat sich nunmehr die Anzahl auf 94 Körperschaften erweitert.
Als Durchbruch sei die Entdeckung des Bazillus Bti in Israel zu sehen, auf das die Kabs im Jahr 1983 zurückgreifen konnte und das den gewünschten Erfolg brachte. Neue Herausforderungen wie Klimawandel, Hochwasserschutz und exotische Stechmücken haben einen großen Einfluss auf die Tätigkeiten des Vereins, hieß es. Präsident Hartwig Rihm forderte dazu, im Privatbereich weiterhin zur Bekämpfung der Stechmücken beizutragen, etwa in den hauseigenen Gärten.
In Wort und Bild erinnerte Becker an die mitunter frustrierenden Anfänge und Widerstände. Von Anfang an sollte für die Kabs die Reduktion der Plagegeister so umweltschonend wie möglich ablaufen. Mehrere Hochwasserereignisse am Oberrhein bescherten der Bevölkerung in den 1970er Jahren stechmückenreiche Sommer, so sein Hinweis auf die katastrophale Schnakenvermehrung.
Die Kabs bezeichnete er als Vorreiter in Europa: mit unschädlichen biologischen Mitteln. Anfänglich gab es Versuche mit Fenethcarb, die aber nicht den ersehnten Erfolg brachten. Erst das Bti half. Als Wegbereiter der modernen Schakenbekämpfung gehen der damalige Gründungspräsident, der inzwischen verstorbene Landrat Paul Schädler, und Fritz Dürrschnabel in die Kabs-Geschichte ein.
Mit einer hohen Auszeichnung würdigte Präsident Rihm die bleibenden Verdienste des ehemaligen Philippsburger Rathauschefs. Zum Abschluss des Festaktes durfte das Publikum einer amüsanten Gedichtlesung „Die Rheischnook“ von Ludwig Hartmann lauschen.
(W. Schmidhuber )