Ist der Baggersee Stöhrloch noch zu retten?

Angelsportverein und Anwohner sind verzweifelt und dringen auf Lösung

Baggersee Störloch

Wie geht es weiter mit dem Baggersee Stöhrloch in Rheinsheim? Ist er noch zu retten?  Solche Fragen stellen sich vor allem die Mitglieder des Angelsportvereins, die Anwohner und die Ortsvorsteherin. Alle hoffen verzweifelt auf eine schnelle Lösung. Der 2,3 Hektar große stadteigene See ist inzwischen zu 90 Prozent verkrautet und mit Algen bedeckt. In Aussicht steht die Gefahr, dass der See alsbald kippt und die restlichen Fische verenden.

Die vereinzelt auftauchenden Fische schnappen regelrecht nach Luft, stellt Gerd Weber, Chef der Angler des ASV 1946, fest. Eigentlich sollten in dem Gewässer alle möglichen Fischarten fröhlich herumschwimmen. Wer genau hinhöre, höre das Schnappen, berichtet Weber. Bei einem Vor-Ort-Termin entlang des Ufers in erschreckender Weise deutlich, wie sehr die Oberfläche weiter verkrautet. Die Pflanzen wachsen aus der Tiefe hoch, so dass ein Abtragen des grünen Teppichs auf der Wasseroberfläche nicht möglich ist. War in den Vorjahren das Baggerloch nur außenherum zugewachsen, so sind nur noch wenige freie Kleinflächen übrig.

Wie geht es weiter? „Uns sind die Hände gebunden. Wir müssen uns auf Empfehlungen und Auflagen der Behörden verlassen“, sagt Weber. Die ursprünglich angedachte und beantragte zentrale Sauerstoffanlage gilt als problematisch. Damit werde der Schlamm hochgewirbelt, was den Zustand verschlimmere, heißt es. 25 Jahre alt sind die bislang verwendeten tellergroßen Luftausströmer und altersbedingt funktionsunfähig. Der See ist im Durchschnitt so drei Meter tief. Zum Angeln eignet er sich nicht mehr. 

Höchst besorgt äußern sich die Anwohner. Der giftgrüne Belag sehe abstoßend grässlich aus, lassen Heidi Friedrich und Dieter Maul wissen, deren Grundstücke an das Stöhrloch grenzen. „Wie auch private Gewässer in Ordnung gehalten werden müssen, so gilt dies auch für öffentliche“, kritisieren sie. Die Verantwortung liege bei der Stadt. Von Woche zu Woche verschlechtere sich der Zustand. Der See schwächelt schon seit längerer Zeit. Irgendwann fange es wohl zu stinken an, vermutet Friedrich.

Für Maul ist „Gefahr in Verzug“. Es gehe immerhin um den Erhalt der Ökologie. Fundierte Erkenntnisse und Ergebnisse werden jetzt benötigt. Am Zuge sei, und das dringend, das Landratsamt mit der Unteren Wasserbehörde. Im Gespräch ist nach wie vor der Vorschlag von Stadtrat Hans Gerd Coenen, den See tiefer auszubaggern, so dass eine bessere Zirkulation erreicht werden kann, die zur Sauerstoffzufuhr beiträgt. „Es wäre fatal, wenn wir diesen besonderen Ort verlieren würden. Ich hoffe, dass endlich eine Lösung auf den Weg kommt und nicht an bürokratischen Hemmnissen scheitert“, so Ortsvorsteherin Jasmine Kirschner.

Bei dem „Sorgenkind“ handelt es sich um einen ehemaligen Baggersee. Der Name kommt nicht vom Fisch Stör, sondern vom Kiesunternehmen Stöhr, das den See vor dem Zweiten Weltkrieg ausgebaggert hat. 


W. Schmidhuber

Zurück