Mögliches Scheitern an bürokratischen Hürden?
Hector-Kinderakademie sucht seit 2 Jahren nach Geschäftsführung
Steht nach 15 Jahren das Aus für die Hector-Kinderakademie für hochbegabte Buben und Mädchen bevor oder lässt sich doch noch eine Lösung finden? Probleme gibt es damit, eine Lehrkraft für die Leitung zu rekrutieren. Das liege aber nicht daran, dass kein Interesse vorhanden wäre. Grund sei der „enorme bürokratische Aufwand und die strengen Vorgaben der Kultusverwaltung“, die zur Verhinderung einer Besetzung der Stelle beitragen, so Bürgermeister Stefan Matus (Uli) und die Sprecher der Fraktionen, die ihren Unmut über die Hürden zum Ausdruck brachten.
Laut Empfehlung der Verwaltung sollte der Gemeinderat beschließen, der Hector-Stiftung mit Sitz in Weinheim die Bereitschaft der Stadt Philippsburg an der Fortführung der Trägerschaft zu signalisieren und diese um ein Pausieren auch im Schuljahr 2026/2027 zu bitten. Die nächsten Monate sollten für eine erneute Ausschau nach einer Geschäftsführung genutzt werden. Doch auf Antrag der CDU-Fraktion mit Hans Gerd Coenen werden jetzt auch die acht Umlandgemeinden im Zuständigkeitsbereich miteingebunden, die Suche nach einer personellen Lösung erweitert und nicht nur auf Philippsburg als Trägergemeinde beschränkt.
Im Februar 2011 hatte die Kinderakademie ihren Betrieb aufgenommen. Ihre anspruchsvolle Aufgabe besteht in der Förderung von besonders begabten und hochbegabten Grundschulkindern aus Philippsburg und den acht Umlandgemeinden Oberhausen-Rheinhausen, Waghäusel, Hambrücken, Kronau und Bad Schönborn. Hinzu kommen noch Eggenstein-Leopoldshafen, Linkenheim-Hochstetten und Dettenheim.
Wie Rathausmitarbeiterin Özlem Koch ausführte, bestehe der Grundgedanke der Hector-Kinderakademie darin, dass auch Gut- und Hochbegabte eine Förderung benötigen, um ihre Fähigkeiten und Begabungen voll ausschöpfen zu können. In kleinen Lerngruppen werde der Einstieg in neue Wissensgebiete oder in deren Vertiefung ermöglicht. Persönliche Begabungsschwerpunkte sollten entdeckt und ausgebaut werden.
Kursorte sind die Schulen und die Standorte der Kooperationspartner, etwa VHS, Firmen, Museen, Hochschulen, Forschungszentren. In der aktuellen Förderperiode, die im Schuljahr 2025/2026 begonnen hat, liege der Fokus der Angebote im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).
Finanziert werden die Hector-Kinderakademien von der Hector Stiftung II, die im Jahre 2008 von dem SAP-Mitbegründer Dr. Hans-Werner Hector und seiner Frau gegründet wurde. Zunächst befand sich der regionale Sitz an der Grundschule Rheinsheim, 2019/2020 kam es zum Wechsel an die Christoph-von-Hutten-Schule in Huttenheim. Im Schuljahr 2024/2025 wurde die Geschäftsführung – nur übergangsweise – der Grundschullehrkraft Inge Latt übertragen, die aber auch, so Martus, über den bürokratischen Aufwand klagte. In diesem Schuljahr liefen 60 verschiedene Kurse mit insgesamt 197 eingeschriebenen Kindern.
W. Schmidhuber