Sprachförderung im Kindergarten ist unverzichtbar
Rathaus und Fraktionen appellieren an Mithilfe der Eltern
Einen umfassenden Sachstandbericht über die Entwicklung der Sprachförderung im Kindergartenbereich hat sich der Gemeinderat geben lassen. Insgesamt zeige sich, so Rathausmitarbeiterin und künftige Amtsleiterin Özlem Koch, dass Sprachförderung in Philippsburg ein zentraler und unverzichtbarer Bestandteil der frühen Bildung in den Kindergärten ist. Die verschiedenen Angebote wie Kolibri, SprachFIT und die alltagsintegrierte Sprachbildung leisten einen wichtigen Beitrag, um Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu unterstützen und ihnen bessere Bildungschancen zu ermöglichen.
Insgesamt nehmen knapp 200 und damit 32,5 Prozent aller Kindergartenkinder an der Sprachförderung teil. Trotz des großen Engagements der Spracherzieherinnen können alle Maßnahmen nur einen Teil der bestehenden Herausforderungen abdecken. Die Sprachförderung ist nach Kochs Auffassung in vielen Fällen ein „Tropfen auf dem heißen Stein“, da die Ausgangsbedingungen der Kinder sehr unterschiedlich sind und der Förderbedarf kontinuierlich zunimmt.
Viele Kinder bringen beim Eintritt in die Kindertageseinrichtungen nicht nur sprachliche Probleme mit, sondern auch unterschiedliche Grundvoraussetzungen im Bereich sozialer Kompetenzen. Für Özlem Koch ist gezielte Sprachförderung zwar ein entscheidender Baustein, müsse aber immer im Zusammenspiel mit weiteren pädagogischen, sozialen und strukturellen Schritten betrachtet werden. Vor allem die familiären Rahmenbedingungen spielen eine wichtige Rolle, da sie einen erheblichen Einfluss auf die sprachliche und soziale Entwicklung der Kinder nehmen.
Eine erfolgreiche Sprachförderung könne nur gelingen, wenn sie individuell auf jedes einzelne Kind abgestimmt sei und dabei die unterschiedlichen Lebens- und Lernvoraussetzungen berücksichtigt werden. „Auch die Eltern haben eine sprachliche Erziehungsverantwortung“, mahnte Hans Gerd Coenen (CDU). Probleme sieht Jasmine Kirschner (LDP) darin, dass zuhause oft nicht Deutsch gesprochen werde. Nach Peter Steinel (Uli) liegt die Hauptverantwortung bei den Eltern. Für Peter Kremer (FW) ist und bleibt die Sprachförderung ein unverzichtbarer Erziehungsbestandteil.
W. Schmidhuber