Spundwand gegen abrutschende Böschung
Gemeinderat übt heftige Kritik am Regierungspräsidium

Heftige Kritik des Gemeinderats hat Mark-Philipp Weber vom Regierungspräsidium Karlsruhe einstecken müssen. Eine Zustimmung zu dem Vorhaben, eine Spundwand auf städtischem Gelände zu installieren, machte das Gremium von einer Bedingung abhängig: Eine befriedigende Entschädigungsregelung muss als Grundvoraussetzung endlich auf dem Tisch liegen.
Der Walthersee mit dem dort errichteten Pumpwerk ist ein wesentlicher Baustein im Gesamtkonzept des Polders Rheinschanzinsel und dient der binnenseitigen Grundwasserhaltung im Einsatzfall bei Hochwasser. Zur Planung gehört die Böschungsstabilisierung entlang der Kasernenstraße. Hierfür wird eine Spundwand nötig. Bei einem Pumpversuch 2013 waren nicht unerhebliche Verrutschungen an den Böschungen festgestellt worden.
Baugrunderkundungen kamen zu dem Ergebnis, dass die Böschungen zu steil ausgeprägt sind. Im Falle eines erneuten Abpumpens mit dem einhergehenden schnellen Absinken des Wasserspiegels sei die Standsicherheit der Böschung und der dem See zugewandten Fahrbahn nicht gegeben, hieß es.
Um die Stabilität zu gewährleisten, müsse die Böschung mit einer in den Boden eingelassenen Spundwand stabilisiert werden. Dies sei aus ökologischer und ökonomischer Sicht die sinnvollste Lösung. Auf einer Länge von rund 206 Meter soll die Spundwand in den Boden eingebracht werden. Sie ist zweigeteilt vorgesehen: mit Einzellängen von 106 und 100 Meter.
Die Kosten der Maßnahme werden vom Land Baden-Württemberg getragen. Für die Nutzung des Wendehammers bei der Verladerampe wäre das RP bereit, eine Summe von 7.330 Euro für die gesamte Laufzeit der Baumaßnahme als „Nutzungsgebühr“ zu entrichten. Seine Verärgerung brachte Hans Gerd Coenen (CDU) zum Ausdruck, weil „immer noch eine Entschädigungsregelung für unsere betroffenen Bürger fehlt.“ 21 Jahre lang ging nichts voran. Unmut äußerte auch Peter Steinel (Uli) mitsamt mit den anderen Fraktionssprechern, die mit Nachfragen aufwarteten. Bislang habe es nur Beschwichtigungen der Behörde gegeben, so der Vorwurf. RP-Mann Weber tröstete mit dem Hinweis, dass die Häuser standsicher seien. Die Arbeiten nehmen drei Monate ab November in Anspruch.
Werner Schmidhuber