Wie geht es weiter mit dem Baggersee Stöhrloch
Gewässer ist am Kippen/ Fischsterben wegen Sauerstoffmangel
Zweigleisig, wie es hieß, soll eine Lösung angegangen werden. Der Gemeinderat stimmte am Dienstagabend dem Vorschlag aus seiner Mitte einmütig zu, den einheimischen Fritz Prosi – Naturschutzbeauftragter mit der Zuständigkeit für die Baggerseen im Landkreis – zu Rate zu ziehen. Auf Anregung von Bürgermeister Stefan Martus (Uli) wird darüber hinaus ein auswärtiger Experte im Bereich Limnologie (Wissenschaft von den Binnengewässern als Ökosysteme) eingeschaltet.
Was weiter geschieht, ist dann von deren Feststellungen und Empfehlungen abhängig. Zu lösen ist jedenfalls ein schwerwiegendes Problem auf Philippsburger Gemarkung: Der 2,3 Hektar große stadteigene Baggersee Stöhrloch in Rheinsheim ist komplett verkrautet und mit Algen bedeckt. Laut Angelsportverein besteht die Gefahr, dass der See über kurz oder lang kippt und ein Fischsterben einsetzt.
Dank der nicht mehr ganz so hohen Sommertemperaturen habe sich der Zustand leicht verbessert, so der Hinweis von ASV-Chef Gerd Weber. Stadtrat Peter Haake (LDP) befürchtet eine äußerst prekäre Situation, wenn wieder mit 40 Grad Celsius zu rechnen ist.
Nach der ersten Beratung des Gemeinderates Anfang Juli und dank der Berichterstattung in den BNN haben sich mehrere Unternehmen bei der Stadt Philippsburg gemeldet und ihre Unterstützung bei möglichen Sanierungsmaßnahmen angeboten, berichtete Martus. Darunter eine hessische Firma, die überwiegend für Behörden tätig ist und die Stadt kurzfristig unterstützen könnte. Mit dem Landratsamt/Untere Wasserbehörde sei als erste Vorgehensweise vereinbart worden: Durchführung einer Elektrobefischung mit Umsetzung der vorhandenen Fische in den Balkertsee, um den Fischbestand vor einem möglichen Gewässerumkippen zu schützen. Hinzu kommen das Abmähen und Absammeln der an der Wasseroberfläche befindlichen Algen zur Entlastung des Gewässers.
Als weitere Möglichkeit nannte Martus die Verlegung von Leitungen, die permanent bläschenweise Sauerstoff in die Tiefe des Baggersees führen. Der laufende Meter der notwendigen 2,5 Kilometer langen Rohre koste 100 Euro: eine aufwändige Angelegenheit.
Wie der Rathauschef weiter bekanntgab, fand Mitte Juli ein gemeinsamer Termin mit dem RP, dem Angelsportverein und der Stadt Philippsburg statt. Ergebnis: Das oberflächliche Absammeln des Algenteppichs sei nur eine kurzfristige Maßnahme, hieß es. Für eine dauerhaft gute Lösung komme nur eine Gewässersanierung mit Betreuung durch ein Fachbüro in Frage. Vom Regierungspräsidium wurde angeraten, die Belüftung des Sees nur in der Nacht durchzuführen.
Für eine genaue Bewertung der Seesituation sollen Messungen zur Bestimmung des Sauerstoffgehalts durch den ASV erfolgen. Vereinbart ist, dass die Daten bis Mitte August an das RP geliefert werden, um auf dieser Basis über das weitere Vorgehen entscheiden zu können.
W. Schmidhuber